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Magnetsturm

Am 28. Juni 2018 soll ein Magnetsturm der Klasse G1 auf die Erde treffen. Auswirkungen auf die Magnetosph√§re der Erde werden vom 27. bis 29. Juni 2018 erwartet (Lebedew-Institut f√ľr Physik, Moskau).


Dt. Astronaut auf ISS

Der deutsche ESA-Astronaut Dr. Alexander Gerst (KF5ONO) ist am 6. Juni 2016 an Bord einer russischen Sojus-Rakete zum zweiten Mal zur Internationalen Raumstation (ISS) gestartet, wo 6 Monate verbringen wird. Afug-Info.de w√ľnscht gutes Gelingen der Mission "Horizons". Die schulischen Funkkontakte von Gersts erstem Aufenthalt auf der ISS k√∂nnen hier nachgeh√∂rt werden.


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Testbericht: MiniPro TL866 Universal-Programmiergerät

Mit Video

Der MiniPro TL866A bzw. TL866A aus Fernost wird als "High Performance Universal Programmer" angeboten, der mehr als 14.000 Bausteine unterst√ľtzt. F√ľr einen relativ g√ľnstigen Preis (ab ca. 35 Euro inkl. Versand) sind oft noch einige Adaptersockel im Lieferumfang. Afug-Info.de hat den kleinen chinesischen Brenner getestet. Ein kurzes Video zeigt zudem, wie einfach und schnell man damit einen Mikrocontroller beschreiben kann.


Dieses kurze Video zeigt, wie einfach und schnell man mit dem MiniPro TL866A/CS einen Mikrocontroller beschreiben kann. Der Vorgang ist mit f√ľnf Schritten beschrieben: Software starten, hex-Datei √∂ffnen, auf das "P"-Symbol klicken, den Baustein so im ZIF-Sockel positionieren wie es die Software mit einer Grafik anzeigt, dann auf "Program" klicken und der Chip wird beschrieben.


Der Unterschied zwischen dem MiniPro TL866CS und dem TL866A besteht lediglich darin, dass beim etwas teureren TL866A bereits ein 6-poliger ICSP-Anschluss integriert ist (ICSP = In Circuit Serial Programming). Beim TL866CS fehlt dieser Anschluss standardm√§√üig, der Brenner kann aber auch nachtr√§glich noch damit ausgestattet werden. Hardware-m√§√üig ist der Anschluss schon vorgesehen (Anschlussstecker muss nur noch eingel√∂tet werden), da die Umschaltung auf ICSP aber √ľber die Software erfolgt, ist auch dahingehend eine Modifikation erforderlich. Der interne PIC, der das Ganze steuert, muss hier noch neu beschrieben werden. Wer sich den Aufwand sparen m√∂chte, kann ersatzweise auch einfach kurze Dr√§hte f√ľr Daten/Clock/Vpp/Versorgungsspannung vom ZIF-Sockel aus zum Chip f√ľhren.


Anwendungsbereich

Die Anwendungsm√∂glichkeiten des MiniPro TL866A/CS sind vielf√§ltig. Sie reichen von Elektronik-Projekten √ľber Modellbau bis hin zum Kfz-Bereich. Eigene Projekte mit PIC- oder Atmel-Microcontrollern lassen sich mit dem MiniPro kosteng√ľnstig realisieren. Unter Umst√§nden k√∂nnen auch fehlgeschlagene BIOS-Updates durch Neu-Flashen repariert werden. Zudem k√∂nnen zahlreiche Bauteile - wie Logic ICs, CMOS und TTL, sowie Speicherbausteine und vieles mehr getestet werden.


Das Testgerät

Beim Testgerät handelt es sich um einen MiniPro TL866A, V03.2.82, und die Software v.6.71.


Bild 1: Das Testgerät: MiniPro TL866A
Bild 1: Das Testgerät - ein MiniPro TL866A.


Bild 2: Das Testgerät: MiniPro TL866A
Bild 2: Das Testgerät MiniPro TL866A in der Ansicht von schräg oben.


Die Ergebnisse

Die Optik ist ansprechend, die Verarbeitung einschlie√ülich hochwertigem 40-poligen DIL-ZIF-Sockel ist gut. Einzig an die Geh√§useunterseite h√§tte man f√ľr einen besseren Stand vier Gummi-F√ľ√üe ankleben k√∂nnen. Das ist aber auch schnell "nachger√ľstet".


Bild 3: Das Testgerät: MiniPro TL866A
Bild 3: Links der Blick auf den ICSP-Anschluss, rechts auf die USB-Buchse.


Bild 4: MiniPro TL866A - ICSP Pin Belegung
Bild 4: MiniPro TL866A - ICSP Pin-Belegung.


Der MiniPro TL866 wird √ľber USB mit dem PC verbunden. Ein externes Netzteil ist nicht vorgesehen, was einerseits praktisch ist, sich andererseits aber bei einigen Typen nachteilig auswirkt (dazu sp√§ter mehr). Gem√§√ü Hersteller-Angabe ist die Software lauff√§hig f√ľr die Betriebssysteme WIN 2000/WIN XP/WIN 2003/WIN 2008/WIN VISTA/WIN7/WIN8/WIN10 (32Bit/64Bit). Best√§tigen kann Afug-Info.de die Lauff√§higkeit f√ľr Windows XP, Windows 7 und Windows 10 (32 und 64 Bit).


Bild 5: MiniPro TL866A - ICSP Pin Belegung
Bild 5: Software f√ľr den MiniPro TL866A.


Startet man nach dem Download die Software, entpackt sie sich selbst gem√§√ü Pfadangabe, erstellt ein Desktop-Symbol und fragt, ob der Treiber installiert werden soll. Grunds√§tzlich aber ist die Software portabel. Sie kann genauso gut von der Festplatte kopiert und auf einen anderen PC transferiert werden. Lediglich der USB-Treiber muss dann manuell installiert werden, er befindet sich f√ľr 32- oder 64-Bit im Software-Verzeichnis im Unterordner drv. Dass der Treiber nicht installiert ist, kann man daran erkennen, dass die Betriebsstatus-LED des MiniPro blinkt, sobald das Ger√§t angeschlossen wird. Sehr praktisch ist, dass sich Software, Treiber und die PIN-Belegung der Adaptersockel (Unterordner img) allesamt in einem Verzeichnis befinden.

Je nach Software-Version wird der Installationsdialog mal auf Englisch und mal auf Chinesisch angezeigt. Das nachfolgende Bild √ľbersetzt die chinesische Variante.


Bild 6: MiniPro TL866A - Installationsdialog Deutsch
Bild 6: Der Installationsdialog erscheint je nach Software-Version einmal Chinesisch und einmal Englisch. Hier die deutsche √úbersetzung.



Bild 7: MiniPro TL866A - Treiber Installation
Bild 7: Treiber-Installation.


Beim ersten Starten der Software ist standardmäßig Chinesisch als Sprache eingestellt. Dies lässt sich mit zwei Klicks auf Englisch ändern.


Bild 8: MiniPro TL866A - Software Englisch
Bild 8: Software von Chinesisch auf Englisch umstellen.


Die Software ist √ľbersichtlich und angenehm zu bedienen, leider aber nur auf Englisch und Chinesisch verf√ľgbar (ebenso wie das Handbuch). Im Gegensatz zu manch anderen China-Produkten arbeitet die Software aber sehr zuverl√§ssig. Abst√ľrze oder Funktionsausf√§lle waren nicht zu verzeichnen.

Das Beschreiben, Lesen und Testen von Bausteinen geht mit wenigen Klicks vonstatten (siehe Video oben).

Positiv hervorzuheben ist auch, dass sich eingeladene hex-Dateien sehr einfach √§ndern lassen. Einfach die gew√ľnschte Adresse anklicken und neuen Wert eintippen. Vorausgesetzt ist nat√ľrlich entsprechende Kenntnis, was die jeweilige √Ąnderung bewirkt. Auch wenn es Programmierger√§t hei√üt, kann man mit dem MiniPro selbstverst√§ndlich nicht programmieren - hierf√ľr ben√∂tigt man eine Programmiersprache wie Basic, C, Pascal und einen Compiler, der dann eine hex-Datei erstellt, die man mit dem MiniPro auf einen Chip schreiben kann.

Ein kurzes    Video,   wie einfach √Ąnderungen des hex-Codes mit dem MiniPro durchzuf√ľhren sind, findet man im Beitrag    "Subton-Geber (CTCSS) nachr√ľsten"    auf Afug-Info.de

Eine Besonderheit ist, dass die Software gleichzeitig bis zu 4 MiniPro-Programmierger√§te ansteuern kann. Mangels drei weiterer Ger√§te konnte diese Funktion aber nicht gepr√ľft werden.


Bild 9: MiniPro TL866A - 4 Programmer gleichzeitig ansteuern
Bild 9: Die Software kann bis zu vier Programmiergeräte gleichzeitig verwalten.


Software-Updates lassen oftmals einige Monate auf sich warten und die Download-Geschwindigkeit aus China ist nicht gerade die schnellste, was aber zu verschmerzen ist, da die Software selbst nur wenige Megabyte gro√ü ist (komprimiert ca. 8 MB, entpackt sind es knappe 14 MB). Es bleibt abzuwarten, ob auch k√ľnftig Updates verf√ľgbar sein werden, da der MiniPro TL866A/CS zwischenzeitlich durch einen Nachfolger ersetzt worden ist. Nichtsdestotrotz ist der TL866A/CS nach wie vor noch aktuell und wird es auch noch bleiben.

Kritisch zu sehen ist, dass Firmware-Updates nicht separat verf√ľgbar, sondern an die Software gekoppelt sind. Bei jedem Software-Update muss daher zwingend auch ein Firmware-Update durchgef√ľhrt werden. Wer den MiniPro an mehreren PCs benutzt, sollte f√ľr st√§ndige Einsatzbereitschaft darauf achten, √ľberall dieselbe Software-Version zu verwenden. Da man das auch leicht mal vergisst, kann es unter Umst√§nden im mobilen Einsatz √§rgerlich werden, wenn sich auf dem Notebook noch eine √§ltere Software-Version befindet.

Afug-Info.de konnte zwar nicht alle 14299 Chips testen, aber den Funktionsumfang des MiniPro TL866 mit vielen g√§ngigen Bausteinen pr√ľfen.


Bild 10: MiniPro TL866A - Bauteil auswählen
Bild 10: Bauteil auswählen.


Wie man ein Bauteil in den ZIF-Sockel einsetzen muss, zeigt die Software mit einer Grafik.


Bild 11: MiniPro TL866A - Bauteil einsetzen
Bild 11: Wie das Bauteil in den Sockel eingesetzt werden soll, zeigt einem die Software.


PIC- und Atmel-Microcontroller (MCU/MPU) sind f√ľr den MiniPro TL866 kein Problem. Sie werden zuverl√§ssig und sehr schnell gebrannt. In puncto Geschwindigkeit √ľberholt der g√ľnstige MiniPro hochpreisige Marken-Brenner um L√§ngen, auch wenn er ansonsten nicht deren Funktionsumfang bieten kann.

Umst√§ndlich wird es, wenn die Konfigurationseinstellung des Microcontrollers mit der MiniPro-Software manuell gesetzt werden soll. Das ist zeitaufwendig und sorgt oftmals f√ľr Verwirrung, ob denn ein gesetzter Haken nun 0 oder 1, An oder Aus, bedeutet. Die L√∂sung ist aber einfach: Die Haken richten sich nach dem Datenblatt und da ist es vom jeweiligen Chip abh√§ngig, ob die Funktion bei 1 oder bei 0 aktiviert oder deaktiviert ist. Das Ganze kann man umgehen, indem man die Einstellungen bereits beim Programmieren definiert. Sie werden in der Regel vom MiniPro aus der eingeladenen hex-Datei ausgelesen und f√ľr den Brennvorgang √ľbernommen.


Bild 12: MiniPro TL866 ConfigWord
Bild 12: So wird die Konfiguration in der Software angezeigt.


Sehr positiv ist, dass man auch Logic-ICs - CMOS und TTL, u.a. der 74-Serie und der 40er CD-Serie -, sowie einige Speicher-Bausteine testen kann. Ab und an muss der Test wiederholt werden, mehrere Testdurchg√§nge sind aber allgemein √ľblich.

Auch ROM, Flash, NVRAM, GAL, PLD, CPLD, SRAM und DRAM-Bausteine gehören zum Funktionsumfang des MiniPro TL866 ebenso wie serielle EEPROMs. Problemlos getestet wurden u.a. auch 24LC64, 24LC128 und 24LC256.

Bei EPROMs ist das Bild zweigeteilt. Neuere C-Typen bis 13,x Volt Programmierspannung werden problemlos beschrieben.

Im Test konnten einige, aber nicht alle, 2716 und 27C16 EPROMs mit 21 Volt Programmierspannung beschrieben werden, es war allerdings teilweise nötig, die VDD- und Pulse Delay-Werte zu modifizieren (hier muss man ein wenig experimentieren, Datenblatt beachten).

Außerdem sollte man, besonders bei älteren Chips darauf achten, dass die PINs auch wirklich alle sauber sind, um einen einwandfreien Kontakt zu gewährleisten.

Manch √§ltere EPROMs, die h√∂here Spannungen (21V bzw. 21,8V und h√∂her) und etwas h√∂heren Strom ben√∂tigen, konnte der MiniPro TL866A/CS nur lesen, aber nicht beschreiben. Hardwarem√§√üig ist zwar ein 21-Volt-Spannungswandler intern verbaut, aber anscheinend ist der Strom nicht immer ausreichend. Das liegt meistens an den sehr alten EPROMs. Hier w√§re es w√ľnschenswert gewesen, wenn der Hersteller eine zus√§tzliche externe Spannungsversorgung (Netzteil) bis zu 25 Volt Programmierspannung vorgesehen h√§tte.

Chips mit niedriger 1,8V-Programmierspannung (low voltage Typen) k√∂nnen zwar nicht von Haus aus, aber mit einem zus√§tzlichen Adapter gelesen und beschrieben werden. Die Schaltung hierf√ľr ist im MiniPro-Software-Verzeichnis im Unterordner img zu finden. Da man die Adapter aber schon f√ľr unter 3 Euro bei kostenlosem Versand nachkaufen kann, lohnt sich der Nachbau kaum.

Der MiniPro verf√ľgt zudem √ľber einen Selbsttest, bei dem jeder Ausgang auf ordnungsgem√§√üe Funktion gepr√ľft wird. Ebenso pr√ľft das Programmierger√§t, ob ein Baustein leer oder beschrieben ist ("Blank Check") und ob die Daten ordnungsgem√§√ü auf den Chip √ľbertragen wurden ("Verify"-Funktion).

Positiv anzumerken wäre noch, dass es ohne Folgen bleibt, wenn man einen Baustein im Sockel vergessen hat und das Gerät ein-/ausschaltet. Man sollte dies aber dennoch vermeiden.


Kurz√ľberblick

Kaufempfehlung:    ja    (sehr gutes Preis-/Leistungsverh√§ltnis)


Fazit

Wer vorrangig mit Microcontrollern wie PIC und Atmel und gelegenheitlich mit anderen Bausteinen wie seriellen EEPROMs, I2C etc. arbeiten m√∂chte, f√ľr den ist der MiniPro ein g√ľnstiges und flottes Ger√§t, das zudem auch noch zahlreiche Bausteine (TTL, CMOS, Speicher etc.) testen kann. Mit dem Funktionsumfang hochpreisiger Programmierger√§te kann der kleine MiniPro TL866 zwar nicht mithalten, daf√ľr kann er aber mit umfangreichem Zubeh√∂r im Lieferumfang (Adaptersockel) und sehr gutem Preis-/Leistungsverh√§ltnis punkten.

Wer sich vorab ein kleines Bild machen möchte: Die Software kann auch gestartet werden, ohne dass man zwingend das Programmiergerät dazu benötigt.

Afug-Info.de verwendet den MiniPro TL866A nun seit mehreren Jahren ohne Beanstandung. Afug-Info.de stehen zus√§tzlich hochwertige Galep, Elnec und Leaper-Programmierger√§te zur Verf√ľgung, wobei f√ľr einfache Brennvorg√§nge, die keine weitergehende Funktionalit√§t oder mehr als 40 Pins erfordern, der MiniPro meist die erste Wahl ist, weil er unkompliziert, schnell und zuverl√§ssig seine Arbeit tut.

Alle Angaben beziehen sich auf das Testger√§t und die Software v.6.71.    Stand: Juni 2018


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